Mit dem Oldtimerrad rund um Deutschland

Von Zittau über Flensburg und Emden bis Wetzlar


 

  

In der zweiten  Augusthälfte kam ich im südöstlichsten Zipfel Deutschlands (Zittau) an. Damit hatte ich mehr als die Hälfte der Strecke geschafft. Über den Oder-Neiße-Radweg fuhr ich an der Grenze zu Polen nordwärts zur Insel Usedom in der Ostsee. Über den Ostsee- und später den Nordseeküsten-Radweg gelangte ich zur niederländischen Grenze, der ich über den Ems-Radweg und später das Münsterland bis an den Rhein folgte. Mitte Oktober erreichte ich zuerst Koblenz und war zwei Tage später zurück in Wetzlar. Bitterkalt war es geworden. Tags drauf fiel der erste Schnee. Glück gehabt: nicht „zur Winter-Wanderschaft verflucht“.


 

 

 

 

Dreilaendereck Zittau


Im äußersten Südosten: wo Deutschland auf Polen und Tschechien trifft
.. Dreiländereck südöstlich der Zittauer Kernstadt an der Lausitzer Neiße.

 

Zittau Altstadt


Das Fehlen von Baukapazität in der DDR-Mangelwirtschaft war nicht nur ein Nachteil. Das zeigt sich heute (nicht nur) in Zittau. Die Bürgerhäuser um den Markt entgingen so jener Nachkriegsmodernisierung, die vielen westdeutschen Altstädten ihren Charakter raubte.

Der konservative Verleger und Schriftsteller Wolf Jobst Siedler hat sehr früh davor gewarnt, der Stadt die Zeichen zu nehmen, an denen sich ihr Werden ablesen ließ. "Die gemordete Stadt" (1964) gilt noch heute als Standardwerk über die Sünden der Stadtplanung


Zittau Braunkohletagebau Kraftwerk Turow


Woiwodschaft Niederschlesien in der Euroregion Neiße: Braunkohletagebau und Kohleverstromung im Kraftwerk Turów nordöstlich von Zittau. Eigentlich sollte auch  Zittau dem Braunkohleabbau weichen. Doch weil in Berlin die Mauer fiel, blieb Zittau stehen. Aus der Grube wurde der Olbersdorfer See - ein Freizeitgelände mit Campingplatz und Blick auf das Zittauer Gebirge.   

Die 2. Sächsische Landesgartenschau fand vom 7. Mai bis zum 17. Oktober 1999 in Olbersdorf und Zittau statt und stand unter dem Motto „Landschaft nach dem Bergbau“.

     

Oder-Neisse-Radweg

 

Oder-Neiße-Radweg südlich vom Kloster Sankt Marienthal. Die Lausitzer Neiße ist ein 254 km langer linker Nebenfluss der Oder, der vom Isergebirge durch den Osten der Ober- und Niederlausitz nach Norden fließt. Sie ist der längste der Neiße-Flüsse und bildet, als Ergebnis des Zweiten Weltkrieges, einen Teil der deutsch-polnischen Grenze. Auf polnischem Staatsgebiet gibt es noch zwei Nebenflüsse: die Bílá Nisa (Weiße Neiße) und die Černá Nisa (Schwarze Neiße).

  


Kloster_Sankt_Marienthal


Kloster Sankt Marienthal: Die Zisterzienserinnen-Abtei ist das älteste Frauenkloster des Ordens in Deutschland, das seit seiner Gründung ununterbrochen besteht. 1992 gründete der Konvent das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal, das sich der Versöhnung und Verständigung im Dreiländereck widmet.

 

Oder-Neisse-Radweg_Ostritz

 

Saniertes Rathaus von Ostritz. Die Kleinstadt liegt direkt an der Grenze zur polnischen Stadt- und Landgemeinde Bogatynia. Sie ist nur durch die Lausitzer Neiße getrennt. Im Hotel "Neißeblick" trafen sich Ende April 2018 mehr als tausend Neonzazis und Rechtsextremisten aus verschiedenen Teilen Deutschlands und Europas zum „Schild-und-Schwert"-Festival. Um ein Zeichen zu setzen, umrundeten im Herbst des Jahres Aktivisten und Bürger beim generationenübergreifenden Friedenslauf den Marktplatz vor dem Rathaus.

 

Oder-Neisse-Radweg_Zittau-Goerlitz

 

Oder-Neiße-Radweg zwischen Zittau und Goerlitz. Rechts die Grenze am Westufer der Neiße.

 

Oder-Neisse-Radweg_Goerlitz

 

„Görliwood ist die östlichste Stadt Deutschlands. Über 4000 großteils restaurierten Kultur- und Baudenkmale machen Görlitz zu einem beliebten Filmdrehstandort. Für Quentin Tarantinos Neuverfilmung des 1978 veröffentlichten Kriegsfilms „Ein Haufen verwegener Hunde“ unter dem Titel „Inglourious Basterds“ (Brad Pitt in der Rolle eines skalpierenden Nazijägers) fanden im November 2008 Dreharbeiten unter anderem auf dem Untermarkt (hier im Bild) statt.


Oder-Neisse-Radweg_Goerlitz


Görlitz blieb im Zweiten Weltkrieg von Zerstörungen fast völlig verschont – und zum Abriss fehlte dem "real existierenden Sozialismus" (so die 9. Tagung des ZK der SED im Mai 1973) das Kleingeld. Die historische Altstadt, an deren Häusern alle wesentlichen Phasen der mitteleuropäischen Baustile (Spätgotik-, Renaissance- und Barockbürgerhäuser) erkennbar sind, ermöglicht folglich die seltene Gelegenheit, einen Blick in die Geschichte deutschen Städtebaus zu werfen. Im Hintergrund (rot, rechts neben dem Rathausturm) das 1526 erbaute Renaissance-Bauwerk „Schönhof“.


Goerlitz_Landeskrone

 

Görlitzer Hausberg ist die sogenannte Landeskrone (links im Bild, leider nur mit viel Fantasie zu sehen) – ein Granitsockel mit einem Basaltkegel (420 m.ü.NN.).


Kulturinsel_Einsiedel


"Kulturinsel Einsiedel" zwischen Görlitz und Rothenburg/Oberlausitz. "Die geheime Welt von Turisede" (so die heutige Bezeichnung) ist ein Abenteuerfreizeitpark. Seit 2009 besuchen ihn jedes Jahr mehr als 100.000 Menschen. Höhepunkt ist das jährlich am ersten Septemberwochenende stattfindende Festival der Kulturen „Folklorum“. Es ist das zweitgrößte Folkfestival Deutschlands - nach dem Rudolstadt-Festival.

 

Kulturinsel_Einsiedel_Schutzhuette


In dieser von der Kulturinsel Einsiedel in der Waldeinsamkeit dankenswerterweise errichteten Schutzhütte verbrachte ich eine erholsame Nacht.


Oder-Neisse-Radweg_Neisseaue


Rastplatz über einem Steilhang der Lausitzer Neiße.

 
Oder-Neisse-Radweg_Neisseaue

 

Neißeaue vor Bad Muskau.


Bad Muskau


Weltweite Bekanntheit erlangte Bad Muskau (obersorbisch Mužakow) durch den Fürsten und Landschaftskünstler Hermann von Pückler-Muskau –  der, nach dem das Eis …
Die Stadt an der polnischen Grenze zählt zum amtlichen sorbischen Siedlungsgebiet, in dem das westslawische Volk der Sorben (in Brandenburg auch als Wenden bezeichnet) autochthon ist. Autochthone („ursprüngliche“) Völker sind nach einer international geltenden Definition diejenigen Bevölkerungsgruppen, die Nachkommen einer Bevölkerung sind, die vor der Eroberung, Kolonisierung oder der Gründung eines Staates durch andere Völker in einem räumlichen Gebiet lebten, und die sich bis heute als ein eigenständiges „Volk“ verstehen und eigene soziale, wirtschaftliche oder politische Einrichtungen und kulturelle Traditionen beibehalten haben. Das sorbische Siedlungsgebiet ist in den vergangenen Jahrhunderten infolge von Assimilation, Germanisierung und Inanspruchnahme durch Braunkohletagebaue beständig geschrumpft. In Brandenburg tragen Gemeinden im Siedlungsgebiet seit Inkrafttreten des neuen Sorben/Wenden-Gesetzes 2014 offiziell einen deutsch-niedersorbischen Doppelnamen als einzige amtlich zulässige Bezeichnung. Im Bild: Das Neue Schloss im Neorenaissancestil.


Fürst-Pückler-Park

 

Der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau ist mit einer Gesamtfläche von 830 Hektar der größte Landschaftspark Zentraleuropas im englischen Stil. Die Parkanlage gehört seit dem 2. Juli 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe.


Oder-Neisse-Radweg_Bad Muskau_Schutzhuette


Schutzhütte am Oder-Neiße-Radweg kurz hinter

Bad Muskau.

 

Oder-Neisse-Radweg_noerdlich_Bad Muskau


Oder-Neiße-Radweg nördlich von Bad Muskau.


Oder-Neisse-Radweg_suedlich_Forst


Oder-Neiße-Radweg südlich von Forst (Lausitz).


Forst_Lausitz_Rosengarten

 

Ab Mitte Februar 1945 hatte die sowjetische Armee bei der Stadt Forst einen Brückenkopf am jenseitigen Neißeufer gebildet. Am 25. Februar begann die Beschießung. Vom 16. bis 18. April eroberten sowjetische Truppen die Stadt Forst. Nach Beendigung der Kämpfe lagen 85 Prozent der Stadt in Trümmern.

Heute ist die Stadt  wegen des Ostdeutschen Rosengartens (im Bild) weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Traditionell finden die Rosengartenfesttage am letzten Juni-Wochenende statt. Jedes Jahr im Frühjahr wird die Forster Rosenkönigin gewählt.


noerdlich_Forst


Oder-Neiße-Radweg in der Neißeaue im Kreis Forst (Lausitz).


Oder-Neisse-Radweg_Neisseaue

 

Grenzpfosten in der Neißeaue (rechts die Neiße).  

Insgesamt wurden 2735 Grenzsäulen von Pionierkräften der Grenztruppen aufgestellt. Die Säule mit der Nummer 1 stand am Priwall östlich von Travemünde – wo ich Wochen später vorbeikam. Nr. 2735 stand im Dreiländereck BRD – DDR – Tschechoslowakei. Die Nummern waren in den Stabskarten der DDR-Grenztruppen aufgeführt. Nach der Deutschen Einheit verblieben bis heute einige der Grenzsäulen zur Erinnerung an ihren Plätzen, während der Großteil abgebaut wurde. An der polnischen Grenze wurden die Grenzsäulen (Beton) mit einem Kunststoffüberzug behandelt, um sie besser gegen Witterungsverhältnisse zu schützen.

 
Oder-Neisse-Radweg_Guben


Reste einer Neiße-Brücke zwischen Guben und und dem heute polnischen Gubin. Wehrmachtstruppen sprengten gegen Kriegsende die Neißequerungen.

1961 bis 1990 war die offizielle Bezeichnung: Wilhelm-Pieck-Stadt Guben. Who the hell …? Der Sohn eines Kutschers aus Guben. Außerdem: Einer der beiden Parteivorsitzenden der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) nach deren Gründung. Und: Von 1949 bis zu seinem Tode 1960 einziger Präsident der DDR. Früh in der Bremer SPD aktiv, ging Pieck 1917 in die (kriegsablehnende) Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD), wurde 1919 zum Mitbegründer und führenden Funktionär der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und war von 1931 bis 1943 Mitglied des Präsidiums des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale (EKKI).

 

alter Hafen von Guben


Die Zeiten der Neißeschifffahrt in Guben sind vorüber. Das neu gestaltete Areal am ehemaligen Hafen soll Touristen, die auf dem Oder-Neisse-Radweg unterwegs sind, zum "Verweilen einladen". Teilrekonstruiert wurde auch das alte Speichergebäude. Hier können sich Radtouristen bei Regen unterstellen - so der Bürgermeister am nächsten Morgen bei einer Ortsbesichtigung. Denn ich blieb über Nacht. Feierwütige hatten sich auf der Draisine niedergelassen – Gott sei dank ohne mich zu bemerken!


Mündung der Neiße in die Oder.


Mündung der Neiße in die Oder bei Ratzdorf nördlich von Guben.


Neißeaue vor Eisenhuettenstadt.
 

Oder-Neiße-Radweg durch die Neißeaue südlich von Eisenhüttenstadt.

 

Eisenhuettenstadt_Rathaus_Fuerstenberg


Eisenhüttenstadt entstand als Planstadt nach einem Parteibeschluss im Juli 1950. Genauer: als sozialistische Modell- und Wohnstadt für das Eisenhüttenkombinat Ost (EKO), dessen Nachfolger noch heute ein bedeutender Arbeitgeber ist. Gebaut wurde nahe dem historischen - seit dem 13. Jahrhundert bestehenden - Ort Fürstenberg (Oder). Damals hielt man es für eine gute Idee, den Retortenort Stalinstadt zu nennen.  

Ursprünglich war geplant, die „erste sozialistische Stadt auf deutschem Boden“ am 14. März 1953 anlässlich des 70. Todestags von Karl Marx nach dem „größten Sohn des deutschen Volkes“ zu benennen. Der Tod Josef Stalins kurz vor der geplanten Namensgebung am 5. März 1953 veränderte die Situation. Am 7. Mai 1953 wurde deshalb die Wohnstadt nach dessen Kampfnamen „Stalinstadt“ benannt.

1961 wurde die Retortenstadt mit Fürstenberg zusammengelegt und erhielt den Namen Eisenhüttenstadt.

Im Bild: Das ehemalige Rathaus von Fürstenberg.
Was blieb von der Malocherstadt? 

1990 wurde das Eisenhüttenkombinat in EKO Stahl AG umfirmiert und 1994 von der Treuhandanstalt an den belgischen Stahl- und Maschinenbaukonzern Cockerill-Sambre verkauft. Das seitdem als EKO Stahl GmbH firmierende Unternehmen wurde mit Zustimmung der Europäischen Kommission auch mit öffentlichen Mitteln umfassend modernisiert und erhielt endlich ein Warmbreitbandwalzwerk. Seitdem konzentriert sich EKO auf die Flachstahlproduktion, mit der 2001 ein Umsatz von 918 Millionen Euro mit einer Belegschaft von 3200 Beschäftigten erzielt wurde. Seit 2002 gehört die EKO Stahl GmbH gemeinsam mit seinem damaligen belgischen Mutterkonzern zur Arcelor-Gruppe. Seit der Fusion von Arcelor mit der niederländischen Mittal Steel Company 2006 firmiert das Unternehmen unter der Bezeichnung ArcelorMittal Eisenhüttenstadt GmbH.


Eisenhuettenstadt


Industrieruinen im Norden von Eisenhüttenstadt.


Frankfurt_Oder

 

Oder zwischen Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder).


Frankfurt_Oder Schiffahrtsanleger


Ich nahm als Obdachloser auf Zeit, was ich kriegen konnte: Unterstand am Schifffahrtsanleger in Frankfurt an der Oder. Der Wind blies den Nieselregen in jede Ecke – wozu hatte ich meinen wasserdichten Biwaksack dabei?!

 

Frankfurt_Oder Gedenktafel Synagoge


Gedenktafel am ehemaligen Standort der Synagoge in Frankfurt/Oder. 1933 lebten etwa 800 Juden in der Stadt, die zu einem großen Teil nach dem Ersten Weltkrieg aus Posen und Westpreußen zugewandert, da sie sich als Deutsche fühlten und nicht in Polen leben wollten. In der Pogromnacht 1938 wurde die Synagoge angezündet und brannte aus. Jüdische Geschäfte wurden geplündert und zerstört, jüdische Familienväter verhaftet und in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Das Synagogengebäude wurde später als Lagerraum genutzt und in den 1950er Jahren zur Errichtung von Wohnraum abgerissen. So viel zur realsozialistischen Gedenkkultur.

  


Frankfurt_Oder


Seit 1999 führt Frankfurt die Zusatzbezeichnung „Kleiststadt“. Das Kleist-Museum wurde 1969 im Gebäude der ehemaligen Garnisonsschule eingerichtet. Die Dauerausstellung umfasst vier Räume. Die etwa 250 Dokumente geben einen Überblick über Heinrich von Kleists Leben und Werk ("Der zerbrochene Krug").  

Kleists Vater, Joachim Friedrich von Kleist (*1728; † 1788), diente als Stabskapitän beim Regiment zu Fuß Prinz Leopold von Braunschweig in der Garnisonsstadt Frankfurt an der Oder.

 

Oder-Neisse-Radweg_Oderbruch


Blick von einem Rastplatz am Oder-Neiße-Radweg auf das Odertal zwischen Frankfurt und Lebus.


Oder-Neisse-Radweg_Oderbruch_Lebus


Oder-Neiße-Radweg nördlich von Lebus.

Das knapp 60 km lange und 12 bis 20 km breite Oderbruch (von mittelhochdeutsch bruoch für ‚Sumpf', ‚Moor') ist ein Binnendelta und erstreckt sich zwischen den Städten Oderberg und Bad Freienwalde (Oder) im Nordwesten und Lebus im Südosten. Im Oderbruch ist die Oderniederung Teil des in der Weichseleiszeit entstandenen Urstromtals. Bis ins 18. Jahrhundert schlängelte sich die Oder in mehreren Armen durch diese Niederung, die mehrmals im Jahr zu großen Teilen von Hochwasser überflutet wurde, wobei sich auch Verlauf und Bedeutung von Oderarmen änderten. Das heutige Landschaftsbild des Oderbruchs wurde durch die Begradigung der Oder im 18. Jahrhundert geprägt. Die Eindeichung und Trockenlegung des Feuchtgebietes erfolgte nach Anfängen ab 1735 im Wesentlichen zwischen 1747 und 1762 unter dem preußischen König Friedrich II.

 

Oder-Neisse-Radweg_Sophienthal


Himmlische Ruhe im Oderbruch bei Sophienthal. Vögel (Kraniche!). Leider keine Wasserbüffel. Fernes Hundegebell. Sonne! Ich breitete meine nassen Sachen im Sand aus. Grasende Kühe auf polnischer Seite.  Zwei Wasserwanderer in grellem Orange landeten an und bauten ohne Eile ihr Zelt auf. Bundespolizei patrouillierte auf dem Oder-Neiße-Radweg.


Oder-Neisse-Radweg_Kienitz


Ein älterer Herr setzte sich gegen Abend zu mir in die Schutzhütte und trank sein Feierabendbier. Er war Schlosser und beinhart frustriert: “Egal was du machst:  immer hast du einen Chef, der alles besser weiß. Gottseidank gehe ich bald in Rente.” Ich mußte ihn nicht fragen, was er wählt. Und ich tat es auch nicht. Umgekehrt sind manche Eingeborenen hier im Osten wenig zimperlich. Im Zeitzgrund hat mich jemand bei der AfD verortet. Gehts noch? Nur, weil ich auf Tour rund um Deutschland war. So schnell funktioniert Vereinnahmung.

Vom Fest in Kiemitz schallte bis in die Nacht  „Dicke-Backen-Musik“ herüber. Aus wars mit der himmlischen Ruhe. Zum Glück hatte ich Bier dabei. Allerdings war ich auch ohne die Droge bereits rechtschaffen müde.

 

Oder-Neisse-Radweg_Kienitz


Vor Kienitz erinnert ein Denkmal daran, dass hier die Rote Armee über die Oder setzte: “Die Offensive verleiht uns ein grenzenloses Maß an Energie, um noch schneller dem faschistischen Unrecht ein Ende zu setzen.” Zitiert wird ein namentlich nicht genannter Leutnant der Roten Armee aus einem Brief an seine Frau nach Moskau 1945. Die Schrift der Stehle war zerkratzt. Jemand hatte offensichtlich etwas gegen den Text.


Vierhundert Soldaten waren hier in den frühen Morgenstunden des 31.Januar 1945 über die zugefrorene Oder gekommen und bildeten den ersten Brückenkopf der sowjetischen 5. Stoßarmee und der 2. Garde-Panzerarmee, den sie weiter ausbauten. Kienitz war damit der erste Ort auf dem Gebiet der späteren DDR, der von sowjetischen Truppen eingenommen wurde. 1970 wurde anlässlich dieses Ereignisses im Ort eine Gedenkstätte mit einem Panzer vom Typ T-34 errichtet.

Der russische Brückenkopf bei Küstrin wurde am 16. April 1945 zum wichtigsten Ausgangspunkt der sowjetischen Armee in der Offensive auf Berlin.


Oder-Neisse-Radweg_Oderbruch


Oder-Neiße-Radweg im Oderbruch.

 

Oder-Neisse-Radweg_Oderaue


Stillgelegte Eisenbahnbrücke östlich von Oderaue (Amt Barnim-Oderbruch) auf der Höhe von Bad Freienwalde (Oder).


Stolpe-Oder_Nationalpark_Unteres_Odertal


Seit 2002 führt Stolpe den Titel „Nationalparkgemeinde“. Nationalpark Unteres Odertal mit Blick auf den Burgfried Burg Stolpe.


Oder-Neisse-Radweg_Schwedt

 

Nationalpark Unteres Odertal südlich von Schwedt.


Schwedt


„Wissen Sie, was Sie in Schwedt erwartet?“ Der aus dem Westen zugereiste Ministerialdirektor sah mir - kurz nach dem Mauerfall - tief in die Augen. Ich hatte keine Ahnung. Dank des örtlichen Leiters des Staatlichen Umweltamtes musste ich es bis zu meiner Oldtimer-Radtour auch nicht herausfinden.

In Schwedt muß man lange suchen für dieses Motiv oben im Bild. Grund:  Am Ende des Zweiten Weltkrieges war Schwedt über zwei Monate lang heftig umkämpft. In den letzten Tagen wurde Schwedt zur Festung erklärt. Am 26. April 1945 nahm die Rote Armee Schwedt ein. Als Ergebnis der heftigen Kämpfe wurde die Stadt zu 85 Prozent zerstört; das Schloss war ausgebrannt und die Kanalbrücke gesprengt. Innerhalb der DDR war Schwedt synonym mit Ölindustrie, aber auch mit Militärjustiz. Seit 1964 inhaftierte das Justizministerium in später zum Gefängnis umgebauten ehemaligen Arbeiterbaracken am Stadtrand in der Nähe der Raffinerie „auffällig“ oder straffällig gewordene Soldaten. Dieses 1968 offiziell eingerichtete „Sonderlager“ war das einzige Militärgefängnis der DDR. Innerhalb der NVA und bei Wehrdienstverweigerern galt die Postleitzahl von Schwedt, „133“, als gleichbedeutend für harte Strafen. PS: Im Bild eines der seltenen historischen Gebäude, die Hahnsche Seifenfabrik. Die ehemalige Fabrik ist ein Ende des 19. Jahrhundert im fränkischen Heimatstil errichteter Bau mit Fachwerkgiebeln und Schieferdach.  


Nationalpark_Unteres_Odertal


Im Nationalpark Unteres Odertal befinden sich bedeutende Feuchtgebiete. Die großflächige Fluss-Auenlandschaft ist Lebensraum für viele seltene oder geschützte Pflanzen und Tiere, unter anderem Biber. Auf den überschwemmten Wiesen rasten große Schwärme von Zugvögeln. Das Tal der Oder ist begrenzt durch unmittelbar steil ansteigende Hügelränder. Auf einigen besonders zerklüfteten Hängen haben sich bis heute Reste der ursprünglichen Wälder erhalten. Andere Bereiche sind aufgrund jahrhundertelanger Beweidung heute Trockenrasen.

 

Nationalpark_Unteres_Odertal


Nationalpark Unteres Odertal.


Nationalpark_Unteres_Odertal_Gatow


Nationalpark Unteres Odertal bei Gatow nördlich von Schwedt.


Oder-Neisse-Radweg_Amt-Gartz_Oder

 

Die Stadt Gartz (Oder) liegt etwa 30 Kilometer südlich von Stettin. Bei Gartz trennt sich die Oder in zwei Arme: die Westoder und die Ostoder. Die Westoder fließt direkt an der östlichen Stadtgrenze vorbei und bildet die Staatsgrenze zur Republik Polen.


Staffelde


Nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 erfolgte die neue deutsch-polnische Grenzziehung (Oder-Neiße-Grenze) westlich von Staffelde, das unter polnische Verwaltung kam und in Staw umbenannt wurde. Die deutschen Einwohner wurden vertrieben, soweit sie vorher nicht geflohen waren. Am 11. Juni 1951 wurde der inzwischen unbewohnte Ort mit einem Gebietsstreifen längs der Oder von rund 75 Hektar im Austausch für eine Gebietsabtretung auf der Insel Usedom zugunsten Polens (sogenannter Swinemünder Sack) in die DDR eingegliedert und unter Zuordnung zum Landkreis Angermünde neu besiedelt. Staffelde ist somit die einzige Ortschaft, die nach vorübergehender polnischer Verwaltung zwischen 1945 und 1951 wieder deutsch wurde.


Tantow


Penkun liegt etwa in der Mitte des Dreiecks Prenzlau – Stettin (Szczecin) – Schwedt (Oder).  Das Gebiet um Penkun wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Am Schlosssee ließen sich die Badegäste an diesem Sonntagnachmittag vom drohenden Gewitter nicht aus der Ruhe bringen. Ich schaffte es gerade noch unter einen Torbogen von Schloss Penkun, bis das Unwetter mit heftigem Starkregen und Sturm losbrach.


Penkun Schlosssee


Die Nacht verbrachte ich in einer Schutzhütte am Schlosssee. Am nächsten Morgen war der See spiegelglatt, als ich zum Stettiner Haff aufbrach.


Dorf hinter Penkun


Typisches Straßendorf hinter Penkun.


Mecklenburg-Vorpommern_Grundmoraenenflaeche

 

Kennzeichnend für die weiten Grundmoränenflächen Mecklenburg-Vorpommerns sind kleine, vielfach wassergefüllte Hohlformen – die sogenannten Sölle. Diese Vertiefungen ("grüne Insel" im Bild) entstanden dort, wo Toteisblöcke beim Zerfall des Inlandeises liegen blieben oder in die Grundmoräne eingebettet wurden und später auftauten - also in den Endphasen einer Eiszeit.


Pampsee


Kunstgemeinde Pampsee: "Mi kricht hier keener mehr wech."

Pampow und Blankensee, zwei Nachbargemeinden direkt an der polnischen Grenze Mecklenburg-Vorpommerns, wurden 2007 verwaltungstechnisch zusammengeschlossen. Die Künstlerin Barbara Caveng schuf daraus die Kunstgemeinde „Pampsee“ – ein Projekt, in dessen Rahmen sie gemeinsam mit den Dorfbewohnern verschiedene Kunst- und Begegnungsorte einrichtete, die seither von diesen bespielt werden.

  
Tantow

 

Auf dem Weg zum Stettiner Haff - bei Tantow.


auf dem Weg zum Stettiner Haff


Auf dem Weg zum Stettiner Haff - irgendwo im Nirgendwo.


auf dem Weg zum Stettiner Haff

 

Immer noch auf dem Weg zum Stettiner Haff.

 

Rieth am Stettiner Haff


Miniaturheimatmuseum in Rieth am Stettiner Haff - unweit der polnischen Grenze.


Stettiner_Haff


Stettiner Haff. Endlich!
Für einen winzigen Moment erwog ich, in luftiger Höhe mit bester Aussicht zu übernachten. War mir dann doch zu zugig.


Stettiner_Haff_Bellin_Waldstrand


Ich fuhr weiter nach Bellin zum Waldstrand. Es war bereits Abend. Lediglich einige Unentwegte spielten noch Beachvolleyball. Später kam der Kioskpächter zu seiner Endrunde noch mal vorbei – ein ehemaliger Berufssoldat, der schon in der NVA diente. „Reich wird man davon (Sommerkiosk) nicht – aber die Idylle ...“

 

Stettiner_Haff_Bellin_Waldstrand


Sonnenaufgang am (noch) einsamen Waldstrand. In der Nacht war es still - als hätte jemand den Ton abgedreht. Und am wolkenlosen, mondlosen Himmel funkelte die Milchstraße.


Stettiner_Haff_Ueckermuende


Nachbau einer Kogge im Hafen von Ückermünde. Die Kogge war ein Segelschiffstyp der Hanse, der vor allem dem Handel diente.

  


Marktplatz Ückermünde

 

Marktplatz von Ückermünde am Südufer des Stettiner Haffs.

 

tettiner Haff westlich von Ückermünde

 

Blick Richtung Stettiner Haff westlich von Ückermünde.


Stettiner_Haff_Anklamer_Stadtbruch


Der sogenannte  Anklamer Stadtbruch südlich der Einmündung der Peene in das Stettiner Haff und westlich von Ückermünde ist seit 1934 (mit zwei Erweiterungen 1937 und 1964) ein 1461 Hektar umfassendes Naturschutzgebiet zum Schutz der großflächigen Moorlandschaft.

 

Anklamer_Stadtbruch


Der erste Mensch, der erfolgreich und wiederholbar Gleitflüge absolvierte und dem Flugprinzip „schwerer als Luft“ damit zum Durchbruch verhalf, machte hier im Anklamer Stadtbruch die entscheidenden Beobachtungen beim Studium des Vogelflugs, insbesondere dem der Kraniche. Otto Lilienthal wurde im nahen Anklam als erstes von acht Kindern des Kaufmanns Gustav Lilienthal (1817–1861) und dessen Frau Caroline geboren.


Stettiner_Haff_Anklamer_Faehre_Karnin_Hubbrückee


Die Hubbrücke Karnin ist der mittlere Teil der Karniner Brücke, einer ehemals etwa 360 m langen Eisenbahnbrücke zwischen dem pommerschen Festland bei Kamp und der Insel Usedom bei Karnin. Das Brückenbauwerk wurde 1933 fertiggestellt. Sie war die wichtigste Verkehrsanbindung von Usedom an das Festland. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Brücke von der Wehrmacht gesprengt, um der Roten Armee den Vormarsch zu erschweren. Nach dem Krieg wurde sie nicht wieder aufgebaut - unter anderem deshalb, weil die Strecke nun zuerst ins jetzt polnisch gewordene Swinemünde (polnisch: Świnoujście) führte. In den 1960er Jahren wurde der Wiederaufbau der Bahnstrecke und der Brücke geplant. Doch dieser ist bisher immer wieder verschoben worden. Ich fuhr mit der Fußgänger- und Radlerfähre über den Peenestrom, wie das Stettiner Haff hier genannt wird.

 

Usedom_Stadt


Zur sprachlichen Abgrenzung von der Insel Usedom wird sie Stadt Usedom oder Usedom-Stadt genannt. Der Name der leitet sich aus dem slawischen „uznam“ ab. „Uznoimia civitas“ wurde 1124/1125 von den Biografen des hier missionierenden Bischof Otto von Bamberg erstmals für die Stadt im Südwesten der Insel bezeugt. Vielleicht liegt Uznoimia das slawische Wort znoj für Strom oder auch Mündung oder Umströmt zu Grunde. Der Name wandelt sich zu Uznam, Uznom (1175), Uznoim, Usdum hin zum Usedum im Jahr 1421. Im Bild: Turm der St.-Marien-Kirche.


Usedom_Stadt


Das Anklamer Tor war Bestandteil der mittelalterlichen Wehranlage der Stadt Usedom. Es sicherte den Zugang zur Stadt nach Westen ab. Der Bau wurde vermutlich um 1450 errichtet und später auch als Gefangenenturm genutzt.

 

Usedom_Stadt


Früher gab es hier Brot und Spiele und die feierliche Verlesung von Fünjahres-Plänen, aktuell diente mir das baufällige Gebäude im "Volkspark" am Rand der Usedomer Altstadt in der Nähe des Anklamer Tores als Notunterkunft. Am Abend zuvor begann der Regen - er hörte erst am frühen Morgen auf. Natürlich war das Dach undicht. Aber ich hatte ja meinen wasserdichten Biwaksack.


Usedom_Stettiner_Haff


Blick von der Insel Usedom nördlich der Stadt Usedom auf das Stettiner Haff.

 

Rastplatz am Radweg nach Ahlbeck


Rastplatz am Radweg nach Ahlbeck.

 

Usedom Allee


Gäbe es diese Alleen nicht bereits – Slartibartfast (The Hitchhiker's Guide to the Galaxy) würde sie erfinden!


Usedom


Die Insel hat aber auch Wald im Angebot. Seit dem 19. März 2016 ist Usedom nicht nur eine der sonnenreichsten Regionen Deutschlands sondern besitzt auch offiziell das Waldgebiet des Jahres 2016.

 

Usedom Ahlbeck


Promenade von Ahlbeck - direkt an der Grenze zum polnischen Swinemünde. Mit den Badeorten Heringsdorf und Bansin bildet es die Gemeine „Dreikaiserbäder“. Mit dem seit Ende der 1940er Jahre polnischen Seebad Swinemünde ist Ahlbeck über die längste Strandpromenade Europas verbunden, welche sich auf einer Länge von über 12 km über die vier Seebäder erstreckt.  

Ahlbeck ist an den Ostseeküsten-Radweg angeschlossen, welcher innerhalb des europäischen Velo-Netzes einmal um die gesamte Ostsee führt. Ich folgte ihm bis Flensburg.

  


historische Seebrücke Ahlbeck


Die historische Seebrücke Ahlbeck wurde 1899 mit einem 280 Meter ins Meer reichenden Seesteg in gründerzeitlicher Architektur errichtet und 1993 erneuert. Als einzige unter den zahlreichen Seebrücken an der Ostseeküste konnte Ahlbecks Seebrücke ihre historische Bausubstanz erhalten, auch wenn 1971–1972 eine Erneuerung der Holzpfahlgründung durch eine Stahlpfahlgründung notwendig geworden war.

 

Usedom_Strand


Der feine Sandstrand von Swinemünde über Ahlbeck und Heringsdorf nach Bansin zieht sich (durchschnittlich 40 m breit) mit insgesamt 42 km Länge im weiteren Verlauf bis nach Peenemünde. Bekannt ist ist die nördlichste Gemeinde der Insel Usedom für die Raketenentwicklung (Wernher von Braun, „V2“) in der von den Nazid dort stationierten Heeresversuchsanstalt Peenemünde. Etwa 8.000 Menschen verloren ihr Leben durch den Einsatz der Waffe, die meisten im Raum London und Antwerpen.


Usedom_Strand


Der frühe Vogel ... braucht viel Müsli!

 

Usedom_Strand


Schräger Blick vom Langen Berg, einem Steilküstenabschnitt westlich von von Bansin.


Usedom_Zinnowitz


Ostseeküsten-Radweg in Zinnowitz auf Usedom.

 

Wolgast_Peenestrom


Wolgast am Peenestrom: Tor zur Insel Usedom.


Wolgast


Den Zweiten Weltkrieg überstand Wolgast - bis auf die Sprengung der Peenebrücke Wolgast im April 1945 durch die Wehrmacht - ohne nennenswerte Zerstörungen. Dies ist vor allem auf die kampflose Übergabe der Stadt  am 30. April 1945 zurückzuführen. Nach der politischen Wende wurde der historische Stadtkern gründlich saniert.


Freest_Fischereihafen

 

Fischereihafen in Freest. Auf diesen Anblick freute ich mich seit Fahrtbeginn, denn hier gibt es die leckersten fangfrisch geräucherten Sprotten im ganzen Universum – und die billigsten (später in Büsum waren sie doppelt so teuer!). Das mit den Sprotten wusste ich durch meine Tour 2011 rund um Mecklenburg-Vorpommern. Ich kaufte gleich den ganzen Laden. Nun ja, es war spät und sie hatten nur noch etwa vierhundert Gramm.
Die Fischerei ist nach wie vor ein wichtiger, wenn auch schwindender Wirtschaftszweig in Freest. Die Fischer haben die 1960 gegründete Fischereiproduktionsgenossenschaft (FPG) im Jahr 1990 in eine eingetragene Fischereigenossenschaft umgewandelt, um ihre Fänge besser vermarkten zu können. Sie umfasst im Jahr 2010 insgesamt 28 Fischereiunternehmen mit 30 Fischern und 54 Fischereifahrzeugen. Die Genossenschaft zählt mit ihren 81 Mitgliedern zu den größten Unternehmen der Region.

 
Lubmin


Nun suchte ich nach einer Höhle, in der ich meine Beute ungestört verzehren konnte. In Kemnitz - wenige Kilometer vor Greifswald - traf ich am Ortsrand auf diesen Unterstand.

  
Greifswald


Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald liegt zwischen den Inseln Usedom und Rügen.

Im Bild: der Marktplatz.    

 

Ostseekuesten-Radweg_oestlich_Stralsund


Der Ostseeküsten-Radweg wird über die alte (gepflasterte) Verbindungsstraße zwischen Greifswald und Stralsund geführt. Trotz breiter Reifen wurde ich ordentlich durchgerüttelt.


Ostseekuesten-Radweg_Stralsund


Strelasund mit neuer Rügenbrücke (links). Im Hintergrund: die Insel Rügen.

 

Ostseekuesten-Radweg_Stralsund


Altstadt von Stralsund, vom Knieperteich aus gesehen. Kurz zuvor goß es wie aus Kübeln.

 
Historische Altstadt von Stralsund


Dann nahm der Wettergott Rücksicht auf meine Dokumentationspflichten: Altstadt von Stralsund - Innenansicht.


Strelasund


Strelasund: Blick von Westen Richtung Osten. Links im Bild: Altefähr auf Rügen.

 

Nationalpark_Vorpommersche-Boddenlandschaft


Nationalpark Vorpommersche-Boddenlandschaft.


Nationalpark_Vorpommersche-Boddenlandschaft


Am Rand des Nationalparks Vorpommersche-Boddenlandschaft übernachtete ich in einer Schutzhütte vor Barth.

 

Barther Bodden


Am nächsten Morgen nahm ich ein Bad im Barther Bodden. Brrr.


Barth


Backsteinkirche in Barth.

 

Meiningenbruecke_Zingst_Darss


Über die Meiningenbrücke fuhr ich Richtung Zingst.


Prerow_Zingst_Darss


Strand bei Prerow. Die Badesaison war definitiv vorbei.

 

Bodstedter_Bodden


Bodstedter Bodden. Bodden? Das ist ein flaches buchtartiges Küstengewässer einer nacheiszeitlich teilweise überfluteten Grundmoränenlandschaft. Der Name Bodden ist vermutlich niederdeutschen Ursprungs und bedeutet „Boden“ oder „Grund“, was sich auf die geringe Tiefe dieser Gewässer bezieht. Bodden sind charakteristisch für die südliche Ostsee, wo sie typischerweise durch langgestreckte Inseln und Halbinseln vom offenen Meer abgetrennt sind und Lagunen bilden.

  

Saaler_Bodden

Hafen von Ahrenshoop-Althagen am Saaler Bodden. 2017 wurde das Jubiläum „125 Jahre Künstlerkolonie Ahrenshoop“ gefeiert.

 

Gral-Mueritz


Blick von Gral-Müritz auf die Küste von Fischland.  

Das Fischland ist eine Landbrücke an der Mecklenburger Bucht und Teil der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Es gehört zum Landesteil Mecklenburg, der Darß gehört bereits zu Vorpommern. Die Grenze verläuft am Grenzweg in Ahrenshoop.


Gral-Müritz


Am Strand von Graal-Müritz traf ich einen Schriftsteller, der Strandkörbe vermietet.   

 

Rostock_Warnemuende


Auf der Fähre von „Hohe Düne“ nach Warnemünde mit Blick Richtung Rostocker Hafen.


Warnemuende


Warnemünde.

 

Heiligendamm


Heiligendamm.


Kuehlungsborn


Sporthafen Kühlungsborn.

Kühlungsborn ist der größte Bade- und Erholungsort Mecklenburgs. Mit 3150 Metern Länge verfügt das Seebad über eine der längsten Strandpromenaden Deutschlands. Der breite Sandstrand zieht sich über etwa sechs Kilometer. Individualtourismus war, wie in den meisten Ostseebädern in der DDR bis 1989, nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich (durch Nutzung von Privatwohnungen oder Camping).
Von hier aus gelang dem Arzt Peter Döbler im Juli 1971 die Flucht aus der DDR. Er schwamm 48 Kilometer von Kühlungsborn nach Fehmarn!  Viele DDR-Bürger sind jedoch bei dem Versuch, über die Ostsee zu fliehen, umgekommen.

 

Kuehlungsborn_Leuchtturm_Bastorf


Am Leuchtturm Bastorf westlich von Kühlungsborn - Blick Richtung Mecklenburger Bucht.


Halbinsel Wustrow


Die Halbinsel Wustrow nordwestlich von Rerik wurde am 1933 an die Reichswehr verkauft, die eine Flak-Artillerieschule mit ausgedehnten Kasernenanlagen für über 3000 Personen und Übungsplätze anlegte. Erst 1993 endete die militärische Nutzung Wustrows.

 

Rerik übers Salzhaff.


Rerik - übers Salzhaff fotografiert. Ich übernachtete am Busbahnhof, wo mich ein Gemeindemitarbeiter weckte.


Salzhaff


Das Salzhaff ist ein durch die Nehrung der Halbinsel Wustrow und der Halbinsel Boiensdorfer Werder von der Ostsee fast abgetrennter Teil der Mecklenburger Bucht.  

Es ist eine beliebte Urlaubs- und Erholungsregion. Das flache Gewässer eignet sich als Einstiegsrevier für Segler und Surfer.

 

Wismar


Wismar.


Wismarer Bucht


Blick auf die Wismarer Bucht von Westen.


Steilufer am Klütz-Höved.

 

Steilufer am Klütz-Höved.


Kalkhorst


Küstenlandschaft zwischen Priwall und Barendorf im nordwestlichsten Zipfel Mecklenburgs - dem "Toten Winkel der DDR". Rastplatz am Ostseeküsten-Radweg.

 

Ostseekuesten-Radweg_Priwall


Der Priwall ist eine etwa drei Kilometer lange Halbinsel an der Travemündung im Osten Schleswig-Holsteins. Er gehört seit 1226 zum Ortsteil Travemünde der Hansestadt Lübeck. Hier verlief der sogenannte Eiserne Vorhang. 


Travemünde Passat


An der Mündung der Trave in die Lübecker Bucht liegt die "Passat". Beim Stapellauf am 20. September 1911 wurde das Schiff nach dem Passatwind benannt.


Niendorf


Ostseeküsten-Radweg vor Niendorf. Seit meinem letzten Besuch waren erhebliche Teile der Steilküste weggebrochen. An manchen Stellen war der Radweg angefressen. Nicht mehr lange ...


Timmendorfer Strand.


Timmendorfer Strand.


Brodau_Elfenschlucht


Elfenschlucht (Broda): Auch wenn sich vor mir sowohl die Elfen wie auch die Schlucht verbargen, so war der Abstecher vom Ostseeküsten-Radweg Richtung Meer doch ein voller Erfolg. Erstens rettete mich diese Schutzhütte vor dem Dauerregen, zweitens hatte ich am nächsten Morgen einen Premiumblick auf die Ostsee. Drittens gab es auf dem Campingplatz nebenan freundliche Menschen und einen Wasserhahn, um meine Trinkwasservorräte aufzufrischen.

 

Ostseekuesten-Radweg_Süssau


Am nächsten Abend landete ich hinter Dahme in einem Buswartehäuschen vor Süßau. Zum Glück war nicht viel Verkehr auf der Straße.


Heiligenhafen


An der östlichen Spitze der Halbinsel Wagrien erreichte ich Heiligenhafen - das Tor zur Insel Fehmarn. Durch Flüchtlingse aus den ehemaligen Deutschen Ostgebieten stieg die Einwohnerzahl Heiligenhafens sprunghaft von 3.500 auf 10.700 an. Es entstanden neue Wohnhäuser und der Siedlungsbereich der Stadt dehnte sich erheblich aus. Der Altstadtbereich mit seinen Straßenzügen und dem Markt (hier im Bild) blieb jedoch weitgehend in seiner ursprünglichen Form erhalten.

  


Ostseekuesten-Radweg_Moorbrookwiese_Schmoel


Seit Anfang der 1990er Jahre ist die Strandseelandschaft bei Schmoel (Schwartbruck) ein Naturschutzgebiet, das ein wichtiges Brut- und Rastgebiet für Enten und andere Vögel ist.


Schönberger Strand

  

Auf nach Kalifornien. Nix wie weg! Ostseeküsten-Radweg zwischen Schmoel und dem Ostseebad Schönberg in der Kieler Bucht. Der Tourismus konzentriert sich hier hauptsächlich auf die Ortsteile Schönberger Strand, Kalifornien, Brasilien und Holm mit dem gleichnamigen Ferienzentrum.  

 

Naturerlebnisraum Dünenlandschaft Laboe

 

War ein Satz mit X. Naturerlebnisraum Dünenlandschaft Laboe mit Blick auf die Kieler Förde.


Kiel Skandinavienkai

 

Kiel Skandinavienkai.


Olympiazentrum Schilksee


Ich lagerte im Olympiazentrum Schilksee.

 

Ostsee-Radweg_Eckernfoerde Strand


Im Dauerregen erreichte ich am folgenden Tag Eckernförde. Auf der Suche nach einem trockenen Platz fand ich nur die Konzertmuschel. Warum nicht?! Schließlich war die Saison vorbei. Einer sinnvollen Anschlußverwendung stand meines Erachten nichts im Wege. Blauer Himmel am nächsten Morgen.


Arnis an der Schlei


Klein, kleiner, Arnis. Arnis an der Schlei ist die kleinste Stadt Deutschlands - und hat möglicherweise mehr Freizeitboote als Einwohner. Außerdem: eine Schutzhütte. Nicht unwichtig, denn es begann schon wieder ... Ein Glück für mich, denn ehe ich auf die Hütte am Großparkplatz von Arnis stieß hatte ich bis in die Nacht erfolglos nach "meiner" Schutzhütte gesucht, die ich vor Jahren auf meiner Tour rund um Schleswig-Holstein bezogen hatte.


Flensburger Foerde

 

Einsame Schutzhütte am Ostseeküsten-Radweg mit unverbautem Strandzugang an der Flensburger Förde (mit Blick nach Dänemark). Zudem schien die Sonne. Perfekt! Ich blieb. Nachts beeindruckend: die Milchstraße. Die Lichtverschmutzung war unbedeutend.


Gluecksburg


Für Schlaumeier: Nicht Flensburg sondern das nahe Glücksburg (dänisch: Lyksborg) ist die nördlichste Stadt Deutschlands. Das Wasserschloss Glücksburg zählt zu den bedeutendsten Renaissanceschlössern Nordeuropas. Ich übernachtete standesgemäß im der Buswartehäuschen davor, denn es regnete am Abend.

 

Sporthafen bei Gluecksburg


Sporthafen bei Glücksburg.


Strand Flensburger Foerde


Strand an der Flensburger Förde.


Ostsee-Radweg_Flensburg Hafen

 

Am Flensburg Hafen musste ich den Ostseeküsten-Radweg Richtung Husum an der Nordsee verlassen.


Bundesstrasse Flensburg-Husum


Radweg der Bundesstrasse B 200 Flensburg-Husum bei Wanderup.

 

Weiden bei Breklum


Scheinbar endlose Weiden in Nordfriesland bei Dreisdorf-Osterfeld, eine winzige Bushaltestelle im Nirgendwo, ein nächtliches Unwetter und ein Milchbauer, der in Sorge um seine trächtigen Weidekühe und die Milchpreise war.


Breklum


Nordfriesische Landhausidylle bei Breklum.

 

Hamburger Hallig Salzwiese


Ich erreichte die Nordsee auf Höhe der Hamburger Hallig. Im Bild eine Salzwiese im Nationalpark Wattenmeer auf dem Weg zur Hallig.

Das Wattenmeer der südlichen Nordsee erstreckt sich von der nordholländischen Insel Texel bis zur Ho-Bucht beim dänischen Esbjerg. Es ist mit einer Fläche von 8625 km² die weltweit größte zusammenhängende Wattlandschaft. An der Nordseeküste umfassen die Salzwiesen (periodisch überflutete Bestände krautiger Pflanzen) rund 46.000 Hektar.

 
Beltringharder Koog


Am Beltringharder Koog (Koog = durch Deichbau und Entwässerung aus der See gewonnenes flaches Marschland) suchte ich über Nacht bei den informativen Schautafeln wenigsten Schutz vor dem kalten Wind.  

“Müssen wir die Schuhe ausziehen?”  

Am nächsten Morgen brach ich bereits früh auf, denn das Multifunktions-Ensemble entpuppte sich auch als Sammelpunkt für Wattwanderer.   

 

Nordstrandischmoor Halligbahn


Die Lorenbahn Lüttmoorsiel (Beltringharder Koog) zur Hallig Nordstrandischmoor wurde bereits 1934 eröffnet. Die meisten Fahrzeuge der (nicht öffentlichen) Halligbahn gehören den Bewohnern von Nordstrandischmoor. Jeder Haushalt unterhält dort eine eigene Lore. 


Nordstrand

 

“Guck mal, das isn Kunstwerk.”Jo. "7 Flaggen für Nordstrand" des Bildhauers Tom Müller aus Rendsburg. Die Anzahl der Flaggen ist nicht zufällig gewählt. Die Zahl hat einen direkten Bezug zur Insel Nordstrand, die mit dem Festland westlich von Husum über einen Damm verbunden ist. Nach den beiden "groten Mandränken" von 1362 und 1634 ist die Geschichte Nordstrands und den Uthlanden geprägt vom ewigen Kampf gegen die Nordsee, den "blanken Hans". Land und Siedlungen wurden zerstört, Tausende fanden in den Sturmfluten den Tod. Doch bis heute trotzt der Mensch den Gewalten. 1654 begann man mit dem Bau von eingedeichten Kögen, um Land zurückzugewinnen und um sich zu schützen. Heute fügt sich die Insel aus 7 Kögen zusammen, angefangen mit dem "Friedrichs-Koog" (1654-56), dem heutigen "Alten Koog", bis zum jüngsten Koog, dem Pohnshalligkoog, der erst 1925 vollendet wurde.

 

Husum Heimatmuseum

 

Das älteste Freilichtmuseum Deutschlands: Ostenfelder Bauernhaus in Husum. Der Husumer Lehrer Magnus Voss rettete 1899 das vor 1600 errichtete Gebäude für seine Heimatstadt Husum vor den Dänen. Denn die hatten dieselbe Idee.


Husum Hafen


Grau?

Am grauen Strand, am grauen Meer
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel drückt die Dächer schwer,
Und durch die Stille braust das Meer
Eintönig um die Stadt.

Theodor Storm (1852)

 

Toenning


Eider bei Tönning nahe deren Mündung in die Nordsee und wenige Kilometer vor dem gewaltigen Eidersperrwerk.

Meldorfer Bucht


Deichvorland in der Meldorfer Bucht.

 

Glückstadt Hafen


Die Rigmor von Glückstadt  wurde 1853 gebaut. Sie ist das älteste fahrbereite hölzerne Segelschiff Deutschlands und wurde in das Denkmalbuch des Landes Schleswig-Holstein aufgenommen.  


Haseldorfer Marsch


Das
Naturschutzgebiet Haseldorfer Binnenelbe mit Elbvorland erstreckt sich etwa 15 Kilometer entlang der Elbe von der Pinnaumündung bis Wedel. Es wurde 1984 unter Naturschutz gestellt und hat eine Größe von ca. 2056 Hektar und ist somit eins der größten Naturschutzgebiete Schleswig-Holsteins. In § 3 der Naturschutzverordnung heißt es: „Das Naturschutzgebiet besteht aus der naturnahen Flussuferlandschaft der Elbe, die in Teilen durch die Vordeichung verändert wurde. Es handelt sich um ein Feuchtgebiet von gesamtstaatlich-repräsentativer und internationaler Bedeutung.“


Wedel Roland

 

 Edel in Wedel. Stand der nicht in Bremen?


Hamburg Speicherstadt


Hamburger Hafen mit Blick auf die Speicherstadt.


Lauenburg Altstadt

 

Lauenburger Altstadt - ohne Hochwasser.


Lauenburg Elbe

 

Lauenburg: Blick vom linken Elbufer - auf dem Weg zu Freunden nach Lüneburg.

 

Lueneburg Rathaus

 

In der Lüneburger Fußgängerzone besorgte ich mir ein Deospray - ehe ich wieder in Kontakt mit der Zivilisation trat ("Der König stinkt.").   

 

Block-Kuenzler in Reppenstedt bei Lueneburg

 

Über fehlendes Wasser von oben konnte ich mich in den letzten Wochen nicht beklagen - aus dem Duschkopf war es dann doch eine Spur angenehmer.

Frisch geduscht sah ich den nächsten Abenteuern entgegen. Lange brauchte ich nicht zu warten. In Egesstorf stellte ich meine Lady an einer Kreuzung ab. Mit dem Gewicht ihrer Ladung rutschte sie rückwärts. Das Hinterrad (Rüchtrittsbremse!) blockierte. Nichts ging mehr. Ich dachte daran, Doris anzurufen, verwarf das aber. Immer nach vorne, nie zurück! Ich ölte das Lager ein und machte mir ein Bier auf. It’s cool, man!“

 

Naturpark Lueneburger Heide


Dank meiner überragenden Künste als autodidaktischer Fahrradmechaniker („Guido and the Art of  Bicycle Maintenance“) von Oldtimerrädern war ich am nächsten Tag auf dem (autofreien) Weg nach Wilsede. Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide ist eines der ältesten und größten Deutschlands. Am 29. Dezember 1921 wurde erstmals ein Gebiet der Lüneburger Heide von vier Quadratmeilen von der Preußischen Regierung zum Naturschutzpark erklärt.


Wuemme-Radweg_ Wuemme bei Scheesel


Das Tourismusbüro in Lüneburg empfahl mir den Wümme-Radweg nach Bremen. Im Bild: gestaute Wümme bei Scheeßel.


Künstlerort Fischerhude


Heimatmuseum im Künstlerort Fischerhude. Auch sehenswert: das Moderson-Museum. Friedrich Wilhelm Otto Modersohn war ein bedeutender deutscher Landschaftsmaler und Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede, die nur wenige Kilometer von hier entfernt lag.


Weide zwischen Fischerhude und Bremen.


Weide zwischen Fischerhude und Bremen.

 

Bremen Roland


Meine Sorge war unbegründet: Der Bremer Roland stand noch auf seinem Platz.


Bremer Rathaus


Das Bremer Rathaus ist eines der bedeutendsten Bauwerke der Gotik und der Weserrenaissance in Europa. Im Juli 2004 wurde es zusammen mit dem Bremer Roland von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt.

 

Oldenburg


Über Delmenhorst, Oldenburg und Rastede fuhr ich hoch zum Jadebusen.

Im Bild: Das Oldenburger Schloss. Es war die ehemalige Residenz der Grafen (bis 1667), der Herzöge (ab 1785) und (ab 1815) der Großherzöge von Oldenburg. Heute beherbergt es das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg.

  
Varel am Jadebusen


Hafen von Varel am Jadebusen in der Morgendämmerung.


Varel am Jadebusen


Nach dem Frühstück und hinter dem Siel. 


Ems-Jade-Kanal

 

Angesichts der fortgeschrittenen Zeit verließ ich den Nordsee-Radweg und nahm nach Emden die Abkürzung über den Ems-Jade-Kanal – zumal ich die Strecke bereits vor Jahren gegen heftigen Wind gefahren war (siehe www.outdoor-reiseberichte.info/Rund-um-Niedersachsen).


Ems-Jade-Kanal Aurich


Aurich am Ems-Jade-Kanal ist die zweitgrößte Stadt Ostfrieslands.

 

Ems-Jade-Kanal vor Emden


Ems-Jade-Kanal vor Emden


Hafen Petkum bei Emden


Im Wartehäuschen der Fähre nach Ditzum im Hafen Petkum (südlich von Emden) verbrachte ich die Nacht.   

 

Hafen Petkum am nächsten Morgen


Hafen Petkum am nächsten Morgen


Hafen Petkum bei Ebbe


Hafen Petkum bei Ebbe mit Blick zum holländischen Ufer nach nach Ditzum.

 

Ems-Kanal-Radweg_Ems


Entlang der Ems beziehungsweise dem Ems-Kanal fuhr ich Richtung Süden nach Rheine im Münsterland.


Emskanal


Emskanal.

 

Muensterland_Aahaus


Über Rheine und Aahaus im Münsterland weiter zum Rhein. Das Wasserschloss Ahaus (im Bild)  ist ein ehemaliges Residenzschloss der Fürstbischöfe von Münster.

  
Rees


In Rees zitterte ich mich über die Rheinbrücke und nahm den internationalen Rhein-Radweg zurück nach Koblenz.


Rhein-Radweg_Xanten

 

Im Nibelungenlied wird "Santen" als angeblicher Geburtsort des Helden Siegfried erwähnt. Daher vermarktet Xanten sich als Römer-, Dom- und Siegfriedstadt.


Rhein-Radweg_Duisburg-Nord


„Nä, wat usselig!“ Rhein-Radweg im Nieselregen mit Blick auf den Norden von Duisburg. In Duisburg-Baerl hatte ich die Wahl, in die stockfinstere Nacht hinauszufahren oder mir ein Dach überm Kopf zu suchen. Vor der alten Schule stand ein Wartehäuschen, gegenüber waren Einfamilienhäuser – an einer viel befahrenen Straße. „Besser wird’s nicht mehr.“ Am nächsten Morgen immer noch Dauerregen, der in meine Notunterkunft geweht wurde. “Hallo! Können sie sich ausweisen?” In der Früh schon wieder ein Blockwart. Die Nummer hatte ich erst vorgestern bereits im Münsterland bei Bocholt, als mir zwei "besorgte" Bürgerinnen die Polizei schickten. Heute spielte ich zur Abwechslung toter Mann. Erfolgreich! Der Vollpfosten trollte sich. Im Morgengrauen kochte ich mir den ersten Kaffee seit Tagen. Danach vertrieb ich mir die Zeit damit, meinen Besitzstand ordentlich umzupacken. In den drei Stunden, bis ich mich entschied, den Regen einfach zu ignorieren, teilte ich meine Notunterkunft mit fünf Fahrgästen. So wir das nix mit dem ÖPNV.  

 

Rhein-Radweg_Duesseldorf


Der Rhein-Radweg in Düsseldorf bei - Sie ahnen es - Nieselregen.


Rhein vor Dormagen


Aber es gab noch Hoffnung: Am Rhein vor Dormagen zeigte sich tags drauf die Sonne. Die Nacht hatte ich unter dem trockenen Vordach einer Pizerria verbracht, deren Betreiber im Urlaub waren. Danke!


Rhein-Radweg_Koeln Dom


Bis Köln hatte sich die Wetteränderung noch nicht rumgesprochen.

 

Domplatte Köln


Immerhin regnete es nicht mehr.

Rhein-Radweg_Bonn Siebengebirge

 

Über dem Siebengebirge hinter Bonn kam der Durchbruch.


Bonn Bad Godesberg Mausoleum


Endlich!
Mausoleum in Bad Godesberg.

 

Rhein-Radweg_Mittelrheintal


Im Mittelrheintal angekommen hatte ich Herbstwetter vom Feinsten.


Rhein-Radweg_Schloss Engers Neuwied


Quod erat demonstrandum est.

Blick vom Rhein-Radweg auf Schloss Engers (Neuwied).


Rhein-Radweg_Koblenz Deutsches Eck


Zurück in Koblenz am Deutschen Eck.

 

Lahnradweg_Bad Ems Lahn


Das sonnige Herbstwetter hielt sich. Auf dem Lahnradweg fuhr ich über Bad Ems ...


Limburg-Dietkirchen


... und mit einer letzten Übernachtung am Lubi (Lubentius-Basilika, dem im frühen Mittelalter bedeutendsten Kirchenbauwerk der Region) in Dietkirchen hinter Limburg zurück nach Wetzlar. Die Nächte waren bereits bitterkalt. Kurz nach meiner Rückkehr fiehl der erste Schnee.





So. Und jetzt das Ganze nochmal zu Fuß.


Beschlossen und verkündet.